Zweites Update zur Demo

Organisiert von Criminals for Freedom und Death in Custody beginnt bereits um 14Uhr vor der JVA-Moabit die Kundgebung in Gedenken an Ferhat Mayouf, welcher am 23.07.2020 von der Justiz ermordet wurde. Wir rufen hiermit dazu auf, an der Kundgebung teilzunehmen und bereits schon eine Stunde vor dem Beginn unserer Demonstration um 15Uhr zahlreich und lautstark vor dem Knast zu sein, denn: Jede*r Gefangene, der*die im Knast stirbt, wird vom Staat ermordet.

Entgegen unserer letzten öffentlichen Verlautbarungen, den Lautsprecherwagen nur für die Auftakt-, Zwischen- und Endkundgebungen zu nutzen, haben wir uns dazu entschieden, den Lauti die gesamte Zeit in der Demo mitfahren zu lassen. Insbesondere deshalb, um verständlichere Durchsagen machen zu können, und punktuell themenbezogene Jingles für die Anwohner*innen abspielen zu können. Diese Entscheidung wird nichts daran ändern, dass wir weder pausenlos Redebeiträge noch Musik laufen lassen werden. Wir setzen weiterhin auf die Beteiligung von Allen, nicht zuletzt bei der Außenwirkung der Demonstration, für die u.a. gerufene Parolen unerlässlich sein werden. Es werden zu Beginn der Demo Handzettel mit thematisch passenden Parolen verteilt. Auch in diesem Punkt würden wir es begrüßen, wenn Menschen eigenverantwortlich Slogans und auch Transparente beisteuern/mitbringen, die die jeweiligen Themen für die und gegen die wir auf die Straße gehen, widerspiegeln.

Wir wünschen uns weiterhin eine kraftvolle, lautstarke und insbesondere inhaltlich starke Demo, die auch für verschiedene Aktionsformen Platz bietet. Uns ist wichtig, an diesem Tag linke, linksradikale und anti-autoritäre Positionen gegen die staatliche Verwaltung der Covid19-Pandemie, Corona-Leugner*innen, Rassist*innen und Faschist*innen und für Selbstorganisierung und Solidarität zu vermitteln und auf die Straße zu tragen. Hierbei freuen wir uns, euch mitteilen zu können, dass es auf der Demo einen kämpferischen queer-feministischen Block geben wird!

Für uns bedeutet Solidarität auch, dass wir am Tag der Demo niemanden zurück lassen! Sollte es zu Festnahmen innerhalb oder am Rand der Demo kommen, werden wir anhalten. Der Berliner Ermittlungsausschuss (EA) wird am Tag mindestens per Anrufbeantworter erreichbar seinund kümmert sich u.a.im Fall des Falles um Kontakte zu Anwält*innen. Wenn ihr also Festnahmen beobachtet und/oder selber von Festnahmen betroffen seid, ruft den den EA unter der Nummer 030 6922222 an. Wie immer gilt: Keine Aussagen! Versucht einen kühlen Kopf zu bewahren und vergesst bitte nicht, euch wieder beim EA abzumelden, wenn ihr entlassen seid!

 


Route der Demo:

Start: 15:00 Uhr! Auftaktkundgebung: Vor der JVA-Moabit (Alt Moabit)- Rathenowerstraße-Turmstraße-Lübeckerstraße-Birkenstraße-Putlitzstraße-Pulitzbrücke-Förerbrücke-(Zwischenkundgebung!) Torfstraße-Sprengelstraße-Sparrstraße-Lynarstraße-Müllerstraße-Leopoldplatz (Zwischen-Kundgebung!)-Schulstraße-Prinz Eugenstraße-Adolfstraße-Gerichtsstraße-Nettelbeckplatz-Endkundgebung

Aufrufe, Texte, Material und Mobi

Aufruf des Bündnisses: https://lockdowncapitalism.noblogs.org/aktuelles/ || Unabhängiger Aufruf zu „Corona ist das Virus – Kapitalismus die Pandemie“ || https://kontrapolis.info/1714/ Aufruf der „Rigaer94“ https://de.indymedia.org/node/132934 || Auf dem Blog: https://lockdowncapitalism.noblogs.org findet ihr Texte zu Kapitalismus. Rassismus. Patriarchat, Repression, Sozialer Vereinsamung, Gesundheitssystem, Digitalisierung und Faschismus in der Corona-Pandemie sowie Material zur Demo und Termine zu den selbstorganiserten Flohmärkten. In weiten Teilen von Lichtenberg, Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, Moabit und Wedding wurde bereits für die Demo geflyert und plakatiert.

 


Am Abend vor der Demo veranstaltet das Netzwerk gegen Femizide ab 18 Uhr eine Platzeinweihung. Aus dem Aufruf des Netzwerks heißt es: „Deshalb treffen wir uns am 22.01. um 18:00 Uhr auf dem Nettelbeckplatz (S+U Wedding) um gemeinsam unseren Widerstandsplatz einzuweihen. Wir haben beschlossen, diesen Platz als Ort des Widerstandes einzunehmen, um öffentlich auf Feminizide aufmerksam zu machen, gemeinsam zu gedenken und mit konkreten Aktionen zu reagieren. Dort werden wir uns gemeinsam stärken, eine breitere Öffentlichkeit erreichen und Feminizide auf die politische Agenda setzen. Dem Adjutanten und Seefahrer Joachim Nettelbeck, der zu Lebzeiten unter anderem Obersteuermann von Sklavenschiffen war, gebührt keinerlei Ehre und dass Straßen und Plätze nach ihm benannt wurden ist ein Skandal.
Stattdessen fordern wir, dass der Platz in Zukunft zu einem Ort des feministischen Widerstands wird und wir wollen einen neuen Namen finden, der einem solchen Widerstandsplatz gerecht würde.“

Einen Tag nach der Demo wird am Sonntag ab 15:00 Uhr eine Gedenkkundgebung für Maria B., welche am 24.01.2020 von einem Berliner Bullen in ihrer Wohnung erschossen wurde, vor der Grünberger Straße 46 in Friedrichshain stattfinden. Wir rufen alle Menschen, die am Samstag den 23.01. zur Demo gegen die staatliche Verwaltung der Corona-Pandemie kommen, ausdrücklich dazu auf, sowohl an der Platzeinweihung am Freitag im Wedding teilzunehmen als auch am Sonntag im Gedenken an Maria in Friedrichshain auf die Straße zu gehen!

Stay Tuned! Lockdown Capitalism! Für ein besseres Morgen!